
Ziele der regenerativen Behandlung
Die Entwicklung des Zahnhalteapparates ist sehr komplex. Bei der Entwicklung des Zahnhalteapparates spielen die so genannten Schmelzmatrixproteine eine Schlüsselrolle. Schmelzmatrixproteine sind eine Kette von verschiedenen aneinander gereihten Proteinen, die vom Körper nur während der Entwicklungsphase des Zahnhalteapparates gebildet werden. In dieser Zeit haben die Schmelzmatrixproteine verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Eine Aufgabe ist zum Beispiel, die Zellen anzuziehen, die für die Bildung von Wurzelzement und parodontalem Ligament verantwortlich sind. Ist der Entwicklungsprozess abgeschlossen, stellt der Körper die Produktion von Schmelzmatrixproteinen ein.Vor mehr als einem Jahrzehnt ist es gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, damit sie auch nach Abschluss des Entwicklungsprozesses zur Verfügung gestellt werden können. Mit der Anwendung der Schmelzmatrixproteinen im Rahmen der chirurgischen Parodontaltherapie ist ein regeneratives Therapieverfahren in die Parodontologie eingeführt worden, mit dessen Hilfe ein neuer Zahnhalteapparat gebildet wird, der zuvor aufgrund einer Parodontitis verloren gegangen ist.
Der Wiederaufbau des Zahnhalteapparats (Wurzelzement, Faserbündel und Knochen) lässt sich mit Schmelzmatrixproteinen fördern. Diese ermöglichen es dem menschlichen Körper den natürlichen Zahnhalteapparat wieder herzustellen in dem sie die Prozesse, die während der Zahnentwicklung stattfinden, nachahmen. Die Regeneration des gesamten Zahnhalteapparats beginnt unmittelbar nach der Behandlung mit Schmelzmatrixproteinen und setzt sich über einen längeren Zeitraum fort. In manchen Fällen dauert der substanzbildende Prozess über mehr als ein Jahr.
Schmelzmatrixproteine sind wissenschaftlich dokumentierte Produkte. Sie sind weltweit bei mehr als 1 Million Patienten angewendet worden.
Neben dem Ziel der Parodontitistherapie, der Elimination der Infektion des Zahnhalteapparates, hat die regenerative Parodontaltherapie das Ziel der Wiederherstellung des kompletten Zahnhalteapparates mit seinen drei Geweben: Wurzelzement, Ligament und Knochen. Idealerweise sollen die wieder gewonnenen Gewebe in Form und Funktion den „echten“ Geweben gleich sein.
Durch die Anwendung von regenerativen Methoden, wie zum Beispiel mit Schmelzmatrixproteinen, wird vermieden, dass es zur Bildung von Narben- und Bindegewebe kommt, die die Prognose der ehemals erkrankten Zähne negativ beeinflussen.